Alt-Text und SEO: Wie Bildbeschreibungen dein Ranking verbessern
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Alt-Text und SEO: Wie Bildbeschreibungen dein Ranking verbessern
Alt-Text-Optimierung für Bilder wird in der deutschen SEO-Praxis oft als Pflichtübung behandelt — kurz abgehakt, damit der technische Audit grün ist. Das unterschätzt die tatsächliche Wirkung. Alt-Text-Bilder sind für Google eine der wenigen Möglichkeiten, Bildinhalt zu verstehen. Für Online-Shops, bei denen Bilder den Großteil des Seiteninhalts ausmachen, ist das ein erheblicher Rankingfaktor — und gleichzeitig eine gesetzliche Pflicht nach dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz.
Wie Google Alt-Texte liest
Der Googlebot ist kein Mensch. Er sieht keine Farben, keine Formen, keine Perspektiven. Was er liest, ist Text. Das alt-Attribut in der HTML-Struktur eines Bildes ist der primäre Kanal, über den Google versteht, was ein Bild zeigt.
<img src="sneaker-weiss.jpg" alt="Weißer Leder-Sneaker, Schnürsenkel, flache Sohle, Unisex" />
Dieser Text fließt in zwei SEO-Bereiche ein: die inhaltliche Relevanz der Seite (wie gut deckt die Seite ein Thema ab?) und die Google-Bildersuche-Indexierung. Für eine Produktseite, die außer dem Produktnamen und einer kurzen Beschreibung wenig Text enthält, können die Alt-Texte aller Produktbilder den Großteil des indexierbaren Textes ausmachen.
Google Search Central formuliert es direkt: Alt-Texte helfen Google, „den Inhalt des Bildes" zu verstehen und das Bild in der Suche korrekt einzuordnen. Das gilt für die Web-Suche und explizit auch für die Google-Bildersuche.
Vergleich: guter Alt-Text vs. schlechter Alt-Text
| Situation | Schlechtes Beispiel | Gutes Beispiel |
|---|---|---|
| Produktbild Jacke | alt="jacke.jpg" | alt="Marineblaue Wolljakke, Doppelreiher, Knopfverschluss, Slim Fit" |
| Produktbild Schuh | alt="Schuh" | alt="Roter Damen-Pumps, Stilettoabsatz 9 cm, Lackleder" |
| Detailbild Material | alt="Detail" | alt="Nahaufnahme Strickmuster, Merinowolle, grau-meliert" |
| Lifestyle-Bild | alt="Bild 3" | alt="Frau trägt weißes Leinenkleid auf Terrasse, Sommerabend" |
| Dekoratives Trenner-Element | alt="Linie" | alt="" (leer lassen — dekorativ) |
Der Unterschied ist nicht kosmetisch. Eine Produktseite mit fünf Bildern und fünf präzisen Alt-Texten hat fünfmal mehr indexierbaren Bildbeschreibungstext als eine Seite mit Dateinamen als Alt-Attributen. Über einen Katalog von 2.000 Produkten multipliziert sich das zu einem messbaren Unterschied in der thematischen Abdeckung.
Häufige Fehler deutscher Online-Shops
Dateiname als Alt-Text. Shopify und WooCommerce verwenden bei fehlendem Alt-Text häufig den Produkttitel als Fallback — oder schlimmer: den Dateinamen. „DSC07341.jpg" ist kein Alt-Text. Es ist ein Platzhalter, der weder SEO noch Barrierefreiheit nützt.
Identischer Alt-Text für alle Bilder eines Produkts. Wenn alle fünf Bilder eines Produkts denselben Alt-Text tragen — typischerweise den Produktnamen — verliert Google den Kontext, was jedes Bild individuell zeigt. Detailaufnahmen, Kontextfotos und Frontansichten sind verschiedene Inhalte. Sie brauchen verschiedene Beschreibungen.
Keyword-Stuffing statt Beschreibung. „Sneaker kaufen günstig weiss Leder Herren beste Qualität" ist kein Alt-Text. Google erkennt und bestraft diese Praxis. Der Alt-Text soll beschreiben, was zu sehen ist — nicht Suchbegriffe stapeln.
Fehlende Alt-Texte auf Kategoriebildern. Viele Shops pflegen Alt-Texte für Produktseiten, vergessen aber die Kategoriebanner und Teaser-Bilder auf der Startseite. Diese sind ebenfalls crawlbar und schlagen im WCAG-Audit als Fehler an.
Zu lange Alt-Texte. Screenreader unterbrechen typischerweise bei etwa 125 Zeichen. Alt-Texte über dieser Länge werden abgeschnitten. Kompakt und präzise ist das Ziel.
Das Zusammenspiel von Alt-Text, BFSG und SEO
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz und die SEO-Anforderungen an Alt-Text beziehen sich auf dasselbe technische Element. Ein Alt-Text, der WCAG 1.1.1 erfüllt — also das Bild inhaltlich adäquat beschreibt — ist gleichzeitig ein guter SEO-Alt-Text. Es gibt keinen Widerspruch zwischen den beiden Anforderungen.
Der einzige Sonderfall sind dekorative Bilder. WCAG 1.1.1 verlangt alt="" für rein dekorative Elemente — also leerer Alt-Text, damit Screenreader das Bild ignorieren. Für SEO bedeutet ein leerer Alt-Text, dass Google kein Signal aus diesem Bild zieht. Das ist bei tatsächlich dekorativen Elementen (Hintergrundtexturen, Trennlinien, reine Designelemente) der richtige Ansatz: sie tragen keinen inhaltlichen Wert, also braucht Google kein Signal davon.
Für Produktbilder, die Informationen tragen, ist guter Alt-Text immer beides: Barrierefreiheit und SEO.
Praktischer Einstieg: Alt-Texte systematisch verbessern
Bevor du anfängst, weißt du am besten, wie groß das Problem ist. Ein automatisierter WCAG-Scan zeigt dir, wie viele Bilder auf deiner Website keinen Alt-Text haben oder nur einen Dateinamen tragen. Das gibt dir eine reale Zahl statt einer Vermutung.
Für kleine Kataloge (unter 200 Bilder) ist manuelle Bearbeitung möglich — in Shopify direkt im Produkt-Editor, in WooCommerce im Medien-Manager. Für größere Kataloge ist KI-gestützte Generierung die einzige realistische Option. Ein gutes Werkzeug generiert direkten Beschreibungstext auf Deutsch — nicht eine übersetzte englische Beschreibung — und unterscheidet zwischen informativen und dekorativen Bildern.
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